Irene und Martin Müller, Hoteliers

Es gibt Orte, da kommt man an, um so schnell wie möglich wieder wegzukommen: Flughäfen, Bahnhöfe, Zahnarztpraxen. Und es gibt Orte, für die geht man fort, um anzukommen. Um dann am liebsten nicht mehr wegzukommen. Es sind diese ganz besonderen Orte. Weil sie Menschen verzaubern. Das Hotel Castell in Zuoz ist so ein Ort.

Nun mag man einwenden, dass gar manches Hotel diese Bezeichnung für sich in Anspruch nimmt. Aber es ist eben nur das Castell, welches von Irene und Martin Müller geführt wird. Und die beiden sind weit mehr, als einfach «nur» eine Hotelière und ein Hotelier.

Denn wer in seinem Hotel gewissermassen ein Krokodil genauso zu Besuch hat wie explodierende Alltagsgegenstände, der ist womöglich auch eine Art Dompteur. Nun muss sich aber keiner der menschlichen Gäste vor solchen Begegnungen fürchten, denn wenn er auf sie trifft, dann trifft er auf Kunstwerke. Das Hotel Castell ist nämlich nicht nur Hotel, sondern sogar eine veritable Kunstgalerie.

Auch die Welt der Finanzmärkte mag dem Betrachter durchaus als castell’sche Kunstgalerie erscheinen. Wenn sich schier unendliche Mengen an Zahlen und Daten zu einem Chartbild verformen, kann schon mal die Frage aufkommen, was lässt sich nun aus all diesen Zacken und Linien herauslesen oder, um bei der Kunst zu bleiben, herausinterpretieren. Ist ein Vermögensverwalter womöglich also ein Performancekünstler?

Irene und Martin Müller und ihr Team sind genauso gerne passionierte Gastgeber für Zeichnungen, Fotografien oder Installationen wie und eben vor allem für Menschen. Und was das für Menschen sind! Mountainbiker zum Beispiel. Vielleicht fühlen sie sich hier gerade darum so wohl, weil der Hoteldirektor auch Velomechaniker ist. Oder dann die Liebhaber des ganz besonderen Films, denn das Castell beherbergt tatsächlich einen kleinen Kinosaal.

Apropos Kino: Das Castell spielte sogar schon cineastische Hauptrollen, doch das ist eine andere, teuflische Geschichte … Wie auch immer, Irene und Martin Müller schaffen es, dass sich ihre Gäste im Hotel Castell schlicht und einfach perfekt aufgehoben fühlen. Denn Gastgeber zu sein, ist für sie nicht nur Ehrensache, sondern eine Herzensangelegenheit. Und so ist es wohl kaum vermessen zu behaupten, dass manch einer, der dort oben war oder ist, sich dort noch besser fühlt als zu Hause. Denn wer möchte in seiner eigenen Stube schon ein Krokodil?

Im Castell werden Wünsche erfüllt, Träume wahrgemacht und Grenzen überschritten. Das alles geht nur, wenn man als Gastgeber aufmerksam zuhört, hinschaut, individuell denkt, immer wieder die Perspektive wechselt und stets präsent ist. Gastgeber sein ist nicht nur Kunst, sondern auch ganz viel im Kopf gedachtes Handwerk.

Wenn wir für unsere Kunden massgeschneiderte Lösungen entwickeln, dann lassen auch wir uns ganz und gar von diesen Attributen lenken. Vermutlich möchte zwar keiner unserer Kunden bei uns Ferien machen –  zum Beispiel, weil es die «Rote Bar» in unserem Büro ebenso wenig gibt, wie die 14 Gault Millau Punkte im kleinen Pausenraum.

Aber ganz wie zuhause, ja, da soll man sich auch bei uns fühlen.

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